Schubladendenken adé: Was sagt ein Jobtitel eigentlich über unseren wahren Wert aus?
Vor ein paar Tagen ploppte in unserem Teamchat eine ziemlich spannende Nachricht von einem Kollegen auf. Ein guter Kunde von uns hatte sich intensiv Gedanken darüber gemacht, wie man die Rolle meines Kollegen eigentlich richtig benennen könnte.
Ihre Lösung: TKIP Entwickler.
Das steht für Team, Kommunikation, Information und Prozesse und ist als Weiterentwicklung der klassischen Scrum-Master-Rolle gedacht.
Ein Zungenbrecher mit tiefem Sinn
Inhaltlich trifft diese Bezeichnung den Nagel ziemlich genau auf den Kopf. Es beschreibt exakt die Dimensionen, in denen wir Wirkung erzielen. Aber seien wir ehrlich: Das Wort ist ein absoluter Zungenbrecher! Da muss für die Zukunft definitiv noch etwas Knackigeres her.
Trotzdem hat mich (Monika) diese kleine Anekdote zum Nachdenken gebracht. Wann spielen Jobtitel in meinem Alltag überhaupt eine Rolle? Meistens stolpere ich genau dann darüber, wenn ich irgendein Formular ausfüllen muss. Oder – der absolute Klassiker – wenn der Einkauf eines Unternehmens versucht, mich fein säuberlich in eine vorgefertigte Schublade mit passendem Etikett zu stecken, um einen Tagessatz zu rechtfertigen.
Entscheidet das Etikett über unseren Wert?
Das wirft für mich eine viel grundsätzlichere Frage auf: Warum ist uns dieses Etikett eigentlich so wahnsinnig wichtig? Entscheidet ein Titel wirklich darüber, was wir können und wie viel wir wert sind?
Das Verrückte an Jobtiteln ist doch, was alles nicht darin steht. Ein Titel auf einer Visitenkarte oder in einer E-Mail-Signatur verrät dir nicht:
Wie lange ich diese Arbeit schon mache.
Welche Krisen und Widerstände ich mit Teams schon erfolgreich gemeistert habe.
Warum ich überhaupt eine Ahnung von meinem Fachgebiet habe und mit welcher Leidenschaft ich es ausübe.
Ein "Senior Project Manager" kann 20 Jahre Dienst nach Vorschrift gemacht haben, während ein "Junior" vielleicht in zwei Jahren durch die härteste Schule gegangen ist und Teams komplett transformiert. Der Titel ist blind für die echte Erfahrung und den echten Mehrwert.
Wirken statt betiteln
Vielleicht sollten wir uns weniger darum kümmern, wie die Schublade heißt, in die man uns stecken will, und mehr darüber sprechen, welchen Wert wir am Ende des Tages für ein Team oder eine Organisation wandeln und erschaffen.
Jetzt bin ich aber gespannt auf eure Perspektive: Was denkt ihr über Jobtitel? Sind sie ein notwendiges Übel, eine wichtige Orientierungshilfe im Business-Dschungel oder völlig überbewertet?